KONZERT
          Reformierte Kirche Kilchberg

presse1.jpg (15238 bytes)

Jöri Murk, Adliswil, Meister auf der Panflöte, bestach durch einen sauberen,
vollklingenden Ton; in der Stimmung kaum schwankend.             Bild: K.Hofer

Panflöte und Orgel – eine seltene Instrumentenkombination:

Meisterhaft zu Gehör gebracht

Jöri Murk (Adliswil) gastierte in der ref. Kirche Kilchberg

Sonntag – ein herrlicher Wintertag. Wer verargt es da den beiden Interpreten, Herrmann Hirs (Orgel) und Jöri Murk (Panflöte), dass sie nicht so recht an einen Grossaufmarsch von Besuchern glaubten? Aber weit gefehlt – bei Konzertbeginn war die mit Kerzenlicht beleuchtete reformierte Kirche Kilchberg randvoll bestzt. Das Zusammenspiel von Panflöte und Orgel scheint doch eine gewisse Faszination auszuüben. Das Konzertprogramm setzte sich neben bekannten und unbekannten Werken aus dem klassischen Bereich auch aus Volksweisen aus Rumänien zusammen. Die Panflöte hat ja gerade durch die rumänische Volksmusik einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem "Andante Grazioso" von A.Corelli als Orgelsolo.Der verhaltenen Klang zu Beginn des Werkes,welcher sich almählich steigerte, um am Schuss in ein dröhnendes und schnarrendes Fortissimo zu münden, verriet bereits, dass Hermann Hirs ein Meister der Registrierung ist und so selbst einfacheren Werken ein Maximum an Wirkung abgewinnen kann. Nachfolgend war man nun gespannt auf die Vorträge von Orgel und Panflöte. Wird das bei der Panflöte sehr heikle Problem der Stimmung gemeistert werken können? Wird die Orgel nich zu stark dominieren? Auch hier waren die Bedenken fehl am Platze. In den Werken "Largo und Sarabande" von G.F. Händel, der "Aria" von J.S.Bach und dem "Ave Verum" von W.A.Mozart bestach Jöri Murk auf der Panflöte durch einen sauberen, vollklingenden Ton, welcher in der Stimmung kaum schwankte; Hermann Hirs entlockte der Orgel fast unglaublichr "Pianissimi". Besonders eindrücklich war das Zusammenspiel in der "Sarabande" , wo man glaubte, die Panflöte sei ein weiteres Register der Orgel. Das zur Auflockerung vorgetragene Orgelsolo "Voluntary in
C-Dur" von H.Purcell konnte wiederum durch die mannigfaltige Farbgebung begeistern.

In vier rumänischen Volksweisen

Demonstrierte Jöri Murk sein beachtliches Können. Besonders in den getragenen Werken kam die Vielfalt der klanglichen Möglichkeiten der Panflöten voll zur Geltung. So etwa in "Serenissime" von G.Zamfir, wo die Palette vonm dunklen rauchigen Ton bis zum schrillen Pfiff reichte.

Wer Hermann Hirs Kennt, weiss, dass er jeweils bemüht ist, auch unbekannte Werke zu Gehör zu bringen. Mit dem "Voluntary in G-Dur" von W.Walond stellte er ein Kleinod aus dem Spätbarock vor. Nach dem "Lied ohne Worte" von F.Mendelson erklang das "Ave Maria" von F.Schubert. Hier zogen die beiden Interpreten alle Register ihres Könnens und der Schluss liess einen glauben, die Orgel schwebe davon.In den drei alten romanischen Melodien überzeugte Jöri Murk auch als Solist, und man konnte sich ganz dem Genuss des Panflötenklanges hingeben.
Erst nach der abschliessenden "Fanfare" von H.Purcell wagten die Besucher, ihrer Begeisterung mit Applaus Ausdruck zu geben. Mit der Wiederholung von Zamfirs "Serenissime" bedankten sich die beiden Interpreten. Hermann Hirs und Jöri Murk